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Berlin, an einem Freitag. Es nieselt ein bißchen und ist kalt. Heute treffe ich mich nun zum Interview mit Atto. Ich bin schon etwas nervös,denn so selbstbewußt, wie ich oft scheine, bin ich leider nicht.

Wir haben uns in einem gemütlichen Cafe, wo viel junge Menschen sind, verabredet. Pünktlich erscheint Atto.....groß, schlank, gutaussehend, lachende Augen und unwahrscheinlich nett und natürlich. Wir haben uns ein wenig unterhalten, eine Kleinigkeit gegessen und getrunken. Für das Interview war es dort drinnen zu laut. Deshalb sind wir dann spazieren gegangen und haben draußen das Interview aufgenommen. Man konnte erleben, dass man Atto durch seine Rolle als Dr. Stein überall kennt. Mehrere Kinder tuschelten, dann riefen sie: Das ist doch Dr. Stein aus "Hinter Gittern". Was viele von Euch nicht wissen, dass Atto auch singen kann. Er hat auch schon in Musicals mitgespielt.Vielleicht dürfen wir ihn ja irgendwann mal wieder auf der Bühne live erleben. Nach dem Treffen muß ich sagen, dass es selten so nette, natürliche Schauspieler gibt, die sich dann auch noch die Zeit für ein Interview nehmen. Ich hoffe, wir sehen Atto auch mal wieder zwischendurch in anderen Rollen.

 

Interview mit Atto Suttarp vom 16.03.01 (v. Gaby)

 

1.Wie kamst Du zu Deinem

außergewöhnlichen Namen Atto?

>Ich war gerade auf der Welt, ich kam nach Hause mit meiner Mutter und meine holde Schwester (sie war 1,5 Jahre alt) guckt in die Wiege, sah mich, und sagte gleich in dem Moment Atto. Und somit hieß ich dann Atto.

 

2.Du warst schon in vielen Film- und Fernsehrollen (Spiel des Lebens, Frauen morden leichter, der Schnapper, the long hello and short goodbye, die Wache, Alarm für Cobra 11 ect.)zu sehen. Du bekamst dann das Angebot für HG, wie war Dein erster Drehtag?

>Ich mußte auf dem Gefängnishof die Szene: „Blondie hat sich das Bein verstaucht“ drehen. Katy spielte Blondies Beschützerin. Ich sollte, als Arzt, Blondies Bein untersuchen, und Katy rempelt mich so an die Schulter an, so dass ich umfallen mußte, und Anja-Beatrice, Barbara und Katy alle mit tiefen dunklen Stimmen riefen :“Hey, was willst denn du hier? Es war sehr lustig. Ich habe mich dann auch gefragt, ob ich hier richtig bin aber es hat sich nachher doch bestätigt, dass ich hier richtig bin.

 

3.Du hast in Hamburg eine Ausbildung zum staatlich geprüften Musicaldarsteller absolviert. Möchtest Du gerne einmal in einem Musical mitspielen?

>Ich habe schon in einem Musical mitgespielt, habe bei Anatevka im Ernst-Deutsch-Theater getanzt. Ich habe auf Tournee in einem Stück den Ruhm -und Leidensweg von Judy Garland mitgespielt. Also ich habe in Musicals mitgespielt und ich würde es nach wie vor immer wieder gerne tun, weil ich gerne singe aber solange man bei „HG“ ist, hat man dafür keine Zeit.

 

4.Welche Rolle hätte Dich bei HG noch gereizt zu spielen?

>In Anbetracht dass Dr. Stein die gute Seele ist, wäre das Gegenteil (Gitting) auch mal ganz spannend. Das wäre ok. Ansonsten ist ja männermäßig bei „HG“ nicht soviel Auswahl.

 

5.Wie sieht bei Dir ein freier Tag aus?

>Momentan an meinem freien Drehtag mache ich ein Interview *ggg*. Ansonsten immer anders. Entweder ausschlafen, Text lernen, spaniasch lernen, einkaufen gehen, Geld ausgeben, in Urlaub fahren.....also immer anders.

 

6.Wenn Du auf der Straße erkannt wirst, was für komische Erlebnisse hast Du da schon erlebt?

>Es ist schon manchmal komisch. Letztens war da ein türkisches Mädel, die sich an meinem Hals schmiß und immer wieder sagte: Ich finde dich total krass....ich finde dich total krass ..und meinte wohl damit, nachdem sie es übersetzt hatte, ich finde dich total toll. Also ich wurde sie nach einer halben Stunde immer noch nicht wieder los...da wurde es langsam bißchen nervig. Eigentlich ist es schon witzig. Na ja, es war trotzdem immer noch nett. Ansonsten ist es immer wieder lustig wenn Leute immer wieder stehen bleiben. Gerade hier an dieser Stelle (Atto zeigt auf die Straße wo die Straßenbahn fährt) blieben zwei ältere Frauen stehen, mit 2 Hunden, und wären fast von der Straßenbahn überfahren worden nur weil sie mich erkannt hatten. Nun ist es Gott sei dank noch gutgegangen. Aber es ist schon sehr komisch, was es auslöst, wenn Leute Menschen aus dem Fernsehen sehen. Im Allgemeinen sind es schon nette Erlebnisse.

7.Mit welchem Kollegen oder Kollegin verstehst Du Dich bei HG am besten?

>Ich finde mit allen Kollegen. Vor allen mit Katy, denn ich habe ja mit Katy zusammengewohnt, aber ich komme mit allen gut klar und es ist auch ein sehr nettes Arbeitsverhältnis und ich fühl mich da schon sehr Zuhause.

 

8.Als Drehbuchschreiber, hättest Du den Charakter des Dr. Steins anders beschrieben?

>Ich fand es schon ganz lustig am Anfang so einen schusseligen Arzt zu spielen, also auch mit Mut zur Häßlichkeit....weil diese Hornbrille war wirklich nicht das, was man New Fashion nennt *ggg*. Ich bin aber auch froh, dass er durch den Charakterwechsel dann doch ein bißchen an die Jahrtausendwende angepaßt ist. Der Charakter des Doktors ...nun ja er bekam dann Probleme und das ist für jede Rolle, die man als Schauspieler spielt, einfach gut, wenn jemand ein Problem hat und nicht nur einfach eine Pille verteilen darf und für alle ein großes Ohr hat.Wenn man einen Abgrund verdecken darf ist die schauspielerische Herausforderung einfach größer, als wenn man einfach nur für jeden auf die gleiche Art und Weise „ach das wird schon wieder“ sagen muß.

Ich finde die Rolle des Dr. Steins so schon gut, dadurch dass es dort schon wenig Personen gibt, die aufrecht sind, dass er nicht auch noch intrigrant ist. Von daher gefällt mir der Charakter schon sehr. Durch seine Krankheitsgeschichte hat er nun auch Abgründe und das finde ich sehr gut. Mir gefällt die Rolle so.

 

9.Du hast, bevor Du Schauspieler wurdest, eine Ausbildung als Gärtner und ein Fachabitur für Gartenbau. Vermißt Du keinen eigenen Garten, den Du pflegen kannst?

>Ich hätte gerne einen eigenen Garten, doch den habe ich momentan noch nicht, ich habe neuerdings einen sehr großen Balkon und werde sicherlich den Wettbewerb des schönsten Balkons gewinnen , es heißt, ich arbeite dran *ggggg*. Ja...irgendwann hoffe ich mal ein eigenes Haus zu haben und auch einen eigenen Garten indem ich rumwühlen kann, das würde ich sehr gerne haben. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

 

10.Du bist von Hamburg nun ganz nach Berlin gezogen. Welche Stadt gefällt Dir besser?

>Keine von beiden Städten gefällt mir besser, denn ich mag beide Städte. Habe ja auch lange Jahre in beiden Städten gewohnt und gearbeitet - mal so mal so - und wie es als Schauspieler so ist...... jetzt wohne ich in Berlin und wahrscheinlich ist dann die nächste Serie in Hamburg. Dann muß ich wieder umgedreht fahren. Beide Städte sind anders und ich mag sie beide.

 

11.Wenn Du mal mit dem Auto paar Tage wegfahren willst, welche Gegend bevorzugst Du?

>Überall und nirgends. Kann ich nicht so sagen...ich war an der Ostsee, in den Alpen ect. Ich versuche viel zu sehen und es gibt keinen Favoritenplatz wo ich immer wieder hinfahre. Ich fahre auf jedenfall immer wieder weg.....immer wieder...so oft es geht. Ich möchte am liebsten alles sehen, ich kann mich nicht so für eine Gegend entscheiden. Ich war als echter Hamburger auch noch nie auf Sylt *gggggg*.

 

12.Welche Bücher liest Du am liebsten ?

>Es gibt einen Autor, Ken Follet, den ich ganz spannend finde, aber auch nur bei den ersten 3 Büchern. Dann kennt man sein Schema. Historische Romane mag ich sehr. Eigentlich quer durch den Garten.

 

13.Was ißt und trinkst Du am liebsten?

>Westfälische Küche von meiner Mutter gekocht. Beispiel: Rindfleisch mit Zwiebelsoße, gut bürgerlich deutsch und deftig. Ich bin ein absolutes Kartoffelkind. Trinken mag ich auch alles ...

Kaffee, Bier ect.

 

14.Welche Filme siehst Du am liebsten?

>Es gibt einen Film - Strange days-der Film spielt zur Jahrtausendwende. Es geht um Rassenprobleme, um ein Gerät auf dem Kopf, das Erlebnisse für andere Menschen für einen erlebtbar macht.

Oder Shakesheare in Love, oder Björk in Dancing in the dark. Der Film war phantastisch.

 

15.Wenn Du 1 Million gewinnen würdest, was würdest Du mit dem Geld machen?

>Eine Weltreise machen, auf jedem Fall. Ein Haus kaufen.

 

16.Hast Du einen PC?

>Jawohl

 

17.Was bringt Dich auf die Palme?

>Unprofessionalität, Ungerechtigkeit

 

18.Was magst Du bzw. was magst Du nicht?

>Erkannt werden *gggggg* manchmal mag ich es manchmal mag ich es nicht. (vor uns sind mehrere Kinder zwischen 10 und 12 Jahre, die schon die ganze Zeit gucken und flüstern. Plötzlich sagen sie ganz laut: Das ist doch der Doktor aus Hinter Gittern!)

 

19.Welche Musik magst Du?

>Alles mögliche außer Hardrock und Volksmusik. Von Abba bis Zappa, fast alles.

Wenn Ihr denkt, es kommt mir ein "Peter Kittler" entgegen, täuscht Ihr Euch gewaltig. Fast hätte ich Egon nicht erkannt ......ein großer, gutaussehender, interessanter Mann kommt mir entgegen. Im Cafe, nachdem wir was gegessen und uns unterhalten hatten, machten wir dann das Interview. Ich fand es echt super, dass Egon sich die Zeit dafür genommen hat. Ich habe festgestellt, dass die "Hinter Gittern - Produktion" nicht nur sehr gute Schauspieler am Set hat, sondern dass die Schauspieler echt nett, sympatisch und ganz natürlich sind.

Interview mit Egon Hofmann vom 28.03.01 (von GabyBrasch)

1. Du warst schon in vielen Film- und TV-Rollen zu sehen (Just married, die Pawlaks, Tau-nusrausch, Zappek, die Wache, die Männer von K3, die Straßen von Berlin, gute Zeiten, schlechte Zeiten als Sigi, und Manfred, ect.). Dann bekamst Du das Angebot für HG, wie war Dein erster Drehtag?

Die ganze Stimmung war sehr aufregend und alle wußten nicht genau wo es hinläuft. An den ersten Drehtagen war auch gleich ein Brand in Gefängnis, mit Feuerwehr. Es war alles sehr aufwendig und alles neu. Es gab da eine Szene die ich mit Thomas Engel hatte. Wir setzten uns einfach auf einem Stuhl und taten so als würden wir schlafen.. Später bei der Vorführung war das der große Lacher, denn alles war total hektisch , das Gefängnis brannte ab und die zwei Schließer schliefen einfach.

2. Claus Theo Gärtner (Ein Fall für zwei) hat Dir damals geholfen, Dich auf die Aufnahmeprüfung einer Schauspielschule vorzubereiten. Hast Du heute noch Kontakt zu ihm?

Zu Claus Theo Gärtner habe ich so gut wie keinen Kontakt mehr.. Kurz bevor „HG“ anfing, hatten wir uns abends hier in Berlin in einem Lokal getroffen und hatten uns die ganze Nacht unterhalten. Seitdem hatten wir leider keinen Kontakt mehr, da er nun auch nicht mehr in Berlin, sondern in Wiesbaden lebt. Wenn wir uns allerdings wieder treffen würden, hätten wir sofort wieder Kontakt.

3. Du hast auch viel Theater gespielt ( u.a. in Hamburg, Frankfurt, Berlin), warst mit Sonja Kirchberger auf Theatertournee. Vermißt Du mitunter nicht das Theater?

Ich habe hauptsächlich viel Theater gespielt und hatte nun das Glück, dass ich seit 1979 mehrfach im Fernsehen zu tun hatte. Das Theater aber vermisse ich schon. Es ist aber zur Zeit sehr schwierig Theater zu spielen und bei „HG“ zu drehen, denn es ist doch sehr anstrengend und man freut sich doch wenn man dann auch mal frei hat. Der Aufwand am Theater ist auch sehr aufwendig und zeitintensiv.

4. Welche Rolle bei HG hätte Dich noch gereizt zu spielen?

Die Rolle des „Gitting“, die von Karl-Heinz Liebezeit gespielt wurde. Die Rolle fand ich sehr gut, die war auch vom Charakter eine sehr klare Geschichte, die er gespielt hat und er hat sie auch sehr gut gespielt. Es hätte mich auch gereizt, weil es von meiner Möglichkeit zu spielen nicht unbedingt auf der Hand liegt und es reizt mich auch immer was zu spielen, in das ich mich mehr reinfuchsen muß.

5. Geht Dir der Charakter des „Peter Kittler“, nicht mitunter auf den Geist? Wie hättest Du als Drehbuchautor den Charakter beschrieben?

Peter Kittler, den gab es am Anfang in dem Sinn nicht so, es gab ihn zwar als Spießer, aber es gab ihn nicht so in der Charaktere, die er dann geworden ist. Diese Figur hat sich dann im Laufe der Zeit so entwickelt wie sie heute ist. Ich meine, es ist eine ganz wunderbare Entstehung von mir einerseits. Andererseits natürlich auch von den Autoren und von der ganzen Möglichkeit diese Arbeit zu machen, weil ich Dinge anbieten konnte oder Dinge wie ich sie umsetzen konnte von dem wie sie geschrieben waren und die Schreiber in dieser Richtung weitergeschrieben haben. Es wurde mir auch von der Produktion der Raum gegeben, dass ich mich da richtig ausprobieren konnte und somit diese Figur "Peter Kittler“ wie sie heute im Laufe der Zeit entstanden ist. Das finde ich ganz toll, vor allem wenn man ein Drehbuch liest und plötzlich feststellt, dass der Autor, der das Buch geschrieben hat, genau auf den Witz von einem geht und man beim Lesen schon so laut lachen muß, über das Schöne wie es geschrie-ben ist, weil man dann auch genau weißt wie man es spielen wird. Das ist total toll, es ist ein tolles Geschenk.

6. Wie sieht bei Dir ein freier Drehtag aus?

Es kommt darauf an. Wenn ich Zeit habe, möchte ich natürlich joggen, bißchen für den Marathon trainieren. Ansonsten schläft man einfach lange oder trifft sich abends mit Freunden und dann sitzt man bißchen länger zusammen und redet. Wenn man dreht, ist es schon oft so, dass die Zeit dann für den normalen Tagesablauf und für die Freunde nicht reicht.

7. Wenn Du auf der Straße erkannt wirst, was für komische Erlebnisse hast Du schon erlebt?

Es gibt schon ganz witzige Erlebnisse. Zum Beispiel war ich neulich mit meiner Freundin im Kaufhaus um eine Waschmaschine zu kaufen. Da fragte die Verkäuferin:

“Sagen Sie mal, irgendwoher kenne ich Sie doch, haben sie etwas mit Waschmaschinen zu tun?“ Dann sagte ich: „Mit Waschmaschinen eigentlich nicht, nicht dass ich wüßte.“ Wir waren dann eine ganze Zeit da, plötzlich sagte sie:

“Jetzt weiß ich es! Sie sind der Kittler! Dass Sie so ein netter Typ sind, hätte ich nicht gedacht, wo Sie im Fernsehen immer so einen bösen, schlechten Charakter spielen“. Das war ganz witzig. Auf einer Autobahnraststätte war auch ein lustiges Erlebnis, da war ein Bus mit vielen Jugendlichen. Einer oder zwei erkannten mich und dann stand ich da und habe gehofft, dass ich Autogrammkarten dabei hatte, denn es kamen 30 Leute und alle wollten eine haben. Am Anfang hatte ich nie welche dabei, jetzt habe ich immer welche im Gepäck oder im Auto, weil es schlecht ist, wenn man keine Autogrammkarten dabei hat.

8. Mit welchem Kollegen verstehst Du Dich am Set am besten?

Die Frage ist ein bißchen unfair *gggg *, denn wen soll ich nun loben und wen nicht? Natürlich mit Leuten, mit den ich auf der Garderobe bin, das ist Atto und Thomas, noch besser. Mit Karl-Heinz Liebezeit (Gitting) habe ich mich auch ganz gut verstanden. Es kommt immer drauf an, mit wem man gerade intensive Szenen hat. Mit Anja Beatrice (Mona) habe ich mich sehr gut verstanden, mit Kristin.... Ich verstehe mich mit allen ganz gut. Man spricht halt mit den einen mehr mit den anderen weniger. Die ganze Atmosphäre ist sehr kolligial und sehr familiär. Dadurch dann auch freundschaftlich. Es entstehen auch Freundschaften aus dieser Arbeit.

9. Seit Deines Schauspielstudiums in Hannover, Anfang der 70er Jahre, bist Du sozusagen „Fan“ des Dichters und Malers Kurt Switters, hast schon in Berlin Kurt-Switters-Abende gegeben und seine Texte vorgetragen. Welche Poeten interessieren Dich auch noch?

Kurt Switters ist mir sehr an`s Herz gewachsen. Ich mag auch Shakespeare und würde auch gerne am Theater „König Lear“ spielen. Das finde ich eine ganz tolle Theaterfigur. Ansonsten gibt es eine tolle französische Schriftstellerin, die das Stück „Dreimal leben“ geschrieben hat, das gerade in Berlin und Hamburg Premiere hatte. Das sind aber mehr Theaterschreiber. Ansonsten? Edgar Allen Poe und Kaffka. Schon sehr so gebrochene Figurmenschen.

10. Du hast durch Deinen Beruf schon viele Städte kennengelernt, lebst in Berlin. Welche Stadt würdest Du als Wohnort noch bevorzugen?

Von deutschen Städten wäre es eben Berlin. Als früher in Berlin die Mauer noch da war, hatte ich überlegt nach Hamburg zu ziehen, da mir die Fahrten durch die DDR auf den Wecker gingen. In Hamburg könnte ich ganz gut leben und sehr wahrscheinlich auch in Köln. Mittlerweile wäre es auch vorstellbar in der Nähe meines Geburtsortes Frankfurt am Main. Aber das müßte nicht sein. Hamburg und Köln wären von deutschen Städten meine Lieblingsstädte. Favoriten ansonsten ist natürlich Rom. Auch New York ist sehr spannend.

11. Wenn Du mit dem Auto mal paar Tage wegfahren willst, welche Gegend bevorzugst Du?

Berliner Umland ist sehr schön, Mecklenburger Seenplatte oder die Ostsee...da ist man in 2 Stunden.

12. Welche Bücher liest Du?

Mehrere gleichzeitig. Es dauert dann immer ewig, bis ich dann mal ein Buch zu Ende gelesen habe. Als letztes hatte ich „Die Asche meiner Mutter“ gelesen. Dann lese ich die Krimis von Donna Leon sehr gerne. Ich muß auch noch „Der Pferdeflüsterer lesen, der steht bei mir im Regal.

13. Was ißt und trinkst Du am liebsten?

Ich esse gerne italienisch, Salat, Gemüse und auch mal ein Steak.

14. Kannst Du kochen?

Ja...ganz gut, allerdings mache ich es nur, wenn ich sehr viel Zeit habe, denn es ist verbunden mit einkaufen. Berthold Brecht hat auch mal gesagt, ein guter Schauspieler kann auch gut kochen, da es nur mit Phantasie und Vorstellung zu tun hat, das man sich anregen läßt und nicht unbedingt nach dem Kochbuch kocht, sondern nachdem was sich anbietet und dass man auch verschiedene Kombinationen in seinem Kopf erstellt.

15. Welche Filme magst Du?

Ich mag gerne politische Thriller. Letztens habe ich „Der Schakal“ in der Verfilmung mit Bruce Willis gesehen. Fand ich nicht schlecht, aber es gibt eine alte Verfilmung, die in Frankreich spielt, die fand ich dann viel spannender. Dann gibt es einen Film „Das Experiment“, der handelt von einem Knastexperiment, wo Studenten sagen, sie spielen nun Gefängnis und durch Zufall wird gewählt, wer nun Insasse und wer Wärter ist. Der Film muß sehr spannend sein. So etwas mag ich dann sehr gerne. Ich mag Filme, die den psychologischen, erklärbaren Zusammenhang und Hintergrund haben.

16. Du läufst Marathon. Hast vor kurzem sogar den 3. Platz geschafft. Im September läufst Du beim Berlin-Marathon mit. Wie bist Du damit angefangen?

Ich laufe noch nicht, ich trainiere für den Marathon und hoffe, dass ich am 30. September in Berlin mitlaufe. Der Anfang ist eine ganz interessante Geschichte: Als ich bei HG anfing, hatten wir so ein gutes Catering (ich wurde immer dicker * ggg * ), da dachte ich, nun muß ich was tun, so geht es nicht weiter. Da fiel mir ein, dass ich früher auf der Schauspielschule immer sehr viel Sport und auch immer Waldlauf (joggen ist der heutige Begriff) gemacht hatten. Da dachte ich, ich fange mal wieder damit an. Nun jogge ich seit 3,5 Jahren. Im September 2000 war der Berlin-Marathon. Da kam ich vom Laufen zurück und auf dem Nachhauseweg liefen dann am Rathaus Schöneberg die Leute vom Marathon vorbei. Dann spielte da noch eine Liveband, es war eine tolle Stimmung. Ich stand da so 10 – 15 Minuten und dachte, dass ich, bevor ich 50 Jahre alt werde, einen Marathonlauf mitmachen möchte. Mit diesem Gedanken, begann eigentlich die Arbeit, denn es ist zum teil eine schreckliche Quäle-rei mit bestimmten Einhalten von Training. Die Beine schmerzten und man verflucht seine eigenen Gedanken. * gggg* . Aber es macht immer wieder Spaß. Ich bin selber gespannt, ob ich diese 40 km durchhalte. Bei 20 km weiß ich jetzt, dass ich es kann aber nochmal doppelt solange kann ich mir zur Zeit nicht vorstellen.

17. Wenn Du 1 Million gewinnen würdest, was würdest Du mit dem Geld machen?

Höchstens einen schönen Anzug kaufen. Außerdem eine Eigentumswohnung in der Lage, die mir noch mehr Spaß bringt als in der, in der ich schon lebe. Aber ansonsten würde ich mir keinen Kopf drum machen.

18. Was bringt Dich auf die Palme?

Wenn ich in einem Restaurant sitze und ganz viele Leute rauchen und das Essen fast nach Zigarettenrauch schmeckt und ich dann abends nach Hause komme und mein Anzug und das Hemd so nach Rauch stinkt, dass ich es tagelang lüften müßte oder in die Reinigung bringen muß, weil ich den Geruch nicht ertrage. Und halt Kleinigkeiten die jeden auf die Palme bringen.

19. Welche Musik magst Du?

Jazz und auch immer mehr, klassische Musik

Interview mit Sigrid Schnückel vom 21.05.01 (von Gaby)

 

Eigentlich ist es doch logisch, dass die Schauspieler von "Hinter Gittern" privat ganz anders als in ihrer Rolle sind und meistens auch anders ausehen als im Fernsehen. Doch als ich Sigrid sah, ich lernte sie am Set von "Hinter Gittern" kennen, war ich doch erstaunt. Mir kam eine zierliche, junge Frau entgegen, der man eine so brutale Rolle wie die der Melanie gar nicht zutraut. Daran kann man natürlich sehen, dass auch Sigrid eine sehr gute, überzeugende Schauspielerin ist. Doch Sigrid ist nicht nur eine gute Schauspielerin, sie überzeugt auch als Sängerin und Schlagzeugerin in ihrer neuen Band "The Jailbabes". Sie ist auch wirklich lieb und nett und hat die Interviewfragen (trotz Faxprobleme meinerseits *gggg*) ausdauernd und schnell beantwortet.

1. Du hast vor "HG" viel Theater gespielt (Ulmer Theater, Maxim-Gorki-Theater in Berlin, Kunstfest Weimar, Salzburger Festspielen, Burgtheater Wien, Zimmertheater Tübingen), hattest einen Lehrauftrag an der Hochschule für Schauspielkunst in Berlin, hattest interessante Theaterrollen (Die Alte in "Anstatt Rashomon", Barbara Trapes in "Alles nur aus Liebe", Laonike in "Rodogune" ect. Dann bekamst Du das Angebot für HG, wie war Dein erster Drehtag?

>Natürlich total aufregend. Massenhaft neue Leute. Ich hatte keine Ahnung von irgendwas und bin da durchgestolpert wie im Trance. Insgesamt war ich da schon sehr überfordert..

2. Du kannst auch singen, hast eine Band. Seit wann hast Du die Band? Nimmt es neben "HG" nicht sehr viel Zeit in Anspruch?

>Es gibt eine brandneue Band und die heißt "Jailbabes" und steht in ganz unglaublich enger Verbindung zu "Hinter Gittern". Wird man demnächst sehen. Ich spiele Schlagzeug und singe manchmal im Background. Das ist natürlich sehr arbeitsaufwendig, aber es lohnt sich total, weil es ziemlich viel Spaß macht.

3. Du hast vor HG viel Theater gespielt. Vermißt Du mitunter nicht das Theater?

>Doch sehr. Am liebsten würde ich für Theater und Fernsehen wechselweise arbeiten. Leider ist es terminlich nur sehr schwer zu vereinbaren. Im letzten Herbst ist es mir gelungen, mal wieder Theater zu spielen und ich habe aber auch zeitweise überschneidend gedreht. Es war höllisch anstrengend.

4. Welche Rolle bei HG hätte Dich noch gereizt zu spielen?

>Da gibt es einige......

5. Du spielst ja bei "HG" die rücksichtslose, brutale Melanie. Ist Dir die Rolle nicht mitunter zu brutal?

>Sie ist, wie sie ist. Unglücklicherweise gibt es Menschen, die Konflikte nur mit Brutalität, Kräftemessen und Rumschreien lösen wollen. Die haben leider keinen anderen Wege, sich auseinanderzusetzen, gelernt. Das liegt ja auch immer an dem Umfeld, dem sozialen Milieu, in dem man groß wird. Melanie gehört sicher zu denen, die meint, mit der brachialen Methode am besten zu fahren, selbst wenn man was auf dem Deckel kriegt. Ihr fehlen die Möglichkeiten, andere Wege einzuschlagen. Für mich geht es nicht drum, Melanie oder irgendeine andere Rolle zu verurteilen oder moralisch zu bewerten, sondern ich will sie glaubwürdig darstellen. Wenn mir das gelingt, bin ich sehr froh.

6. Wie sieht bei Dir ein freier Tag aus?

> Ein freier Tag sieht immer gleich aus: ich stehe um sechs in der Früh`auf, mache tausend Liegestütze und falle dann ins Koma :-)))). Im Ernst, ich kann es nicht sagen. Ich treffe Freunde, mache Erledigungen, gehe ins Kino, Theater oder in Ausstellungen, absolviere lästige Behördengänge.....je nach dem....

7. Wenn Du auf der Straße erkannt wirst, was für komische Erlebnisse hast Du schon erlebt?

>Ich war gerade erst auf Sendung, vielleicht waren meine ersten 2 oder 3 Folgen gelaufen. Ich hatte frei. Wollte nach London. wartete im Hafen von Ostende auf die Fähre nach Dover und ahnte nichts Böses. Da war auch schon eine Schulklasse unterwegs. Plötzlich registrierte ich hinter mir ein wildes Getuschel. Dann kamen drei Mädels und fragten zaghaft an, ob ich denn die wäre usw. Ich wurde mir schlagartig bewußt, dass ich ja jetzt "erkannt" werden kann. Ich bejahte ihre Fragen und dachte, das geht doch nochmal glimpflich ab - und dann kamen sie alle, mit ihren Fotoapparaten und Kollegeblöcken: und ich auch noch, und hier noch `ne Unterschrift, und für meine Mutter auch noch, die guckt das immer, und noch `n Foto mit mir drauf ....usw....Die haben mich ganz schön überrumpelt.

8. Mit welchem Schauspieler/Schauspielerin verstehst Du Dich am Set am besten?

>Ich verstehe mich mit allen gut. Ich mag auch alle. Wir sind `ne gute Truppe.

9. Guckst Du Dir jede "HG" Folge an und wie siehst Du Dich als Melanie selber?

>Nicht alle, aber die meisten. Ich habe ja die Möglichkeit, sie schon vorher anzusehen. Manchmal finde ich Melanie schon ziemlich ätzend und wundere mich, dass sich überhaupt noch jemand traut, mich anzusprechen.

10. Du hast durch Deinen Beruf schon viele Städte kennengelernt, lebst in Berlin. Welche Stadt würdest Du als Wohnort noch bevorzugen?

>Zur Zeit wächst in mir der Wunsch, wieder auf dem Lande zu leben. Ich bin auch schon dabei mir außerhalb eine Bleibe zu suchen. Arbeitstechnisch bin ich natürlich an Städte gebunden. Es gibt in Deutschland einige Städte, in denen man in meinem Beruf gut arbeiten kann, aber nicht viele in denen ich gerne leben möchte. Also, Berlin ist mein absoluter Favorit. Aber Flexibilität steht bei mir an erster Stelle. Wenn jemand mit einer wichtigen Rolle winkt, dann gehe ich dahin.

11. Wenn Du mit dem Auto mal paar Tage wegfahren willst, welche Gegend bevorzugst Du?

>Uckermark, Spreewald oder ich fahre zu meinen Eltern nach Westfalen.

12. Welche Bücher liest Du, wenn Du mal Zeit hast?

>Ich lese zu wenig!!! Leider brauche ich immer absolute Ruhe zum Lesen, keine Termine in Sicht und Regenwetter, damit ich so richtig versinken kann. Doch wenn es so weit ist, lese ich am liebsten historische Romane (nicht ganz korrekte Bezeichnung) von Golo Mann, Lion Feuchtwanger oder etwas geschwätziger und leichter zu konsumieren von Stefan Zweig. Dann natürlich immer wieder Theaterstücke, journalistische und philosophische Arbeiten, Muß-Bücher von den Manns, Musil, Döblin, Gedichte von Bachmann, Benn und Celan. Englische Romane, um mich in der Sprache fit zu halten.

13. Was ißt und trinkst Du am liebsten?

Pommes mit Majo, Currywurst, Möpkenbrot (Was das wohl sein soll ? Verrate ich nicht *ggg*), Schokolade und Gummibärchen, Kaffee, Wein, Grappa, Wodka.

14. Du kannst auch wirklich kleine Auto- bzw. Motorradreparaturen ausführen. Wo hast Du es gelernt?

>In München hatte ich zeitweise einen Nachbarn, der hieß Max, und der nahm immer alles auseinander und zwar mit Geduld und Logik. Dann gab es da noch eine Antje, mit der ich mir eine Wohnung teilte, die zu den beiden Punkten noch die Vorbereitung hinzufügte. Also eigentlich ist die Reihenfolge:Logik, Vorbereitung, Geduld. Also Geduld heißt nicht: Warten auf die Erleuchtung, sondern die Tätigkeiten mit Ruhe und Sorgfalt ausführen. Dann braucht man noch Vertrauen in sich selbst, dass alles klappt, und dass man es kann. Und man nimmt das Werkzeug in die Hand und baut erstmal ziemlichen Mist...Zu Punkt vier Vertrauen kommt noch Erfahrung hinzu. Die kriegt man nur, wenn man alles ausprobiert und sich Fehler zugesteht. Dann kann man einfach alles machen.

15. Welche Filme magst Du?

>Gute! (Will mal nicht so karg sein: Apocalypse now, Lebewohl meine Konkubine, Der schmale Grat, Viktor Victoria, M-eine Stadt sucht einen Mörder, Greed, Drole de Drame, Together, Fucking Amal, Bullets over Brodway, Interiors, Eine Frau unter Einfluß, Gloria, Hitchcock-Filme.....endlose Liste)

16. Wenn Du das Angebot bekommen würdest, in einem Kinofilm zu spielen, welche Rolle würde Dich reizen zu spielen?

>Schwierige

17. Was bringt Dich auf die Palme?

>Die Deutsche Bahn und ihr immer schlechter werdender Service (Brüll!!!!). Man steht nachts rum, in der Kälte, Züge endlos verspätet, keine Ansagen, Züge hoffnungslos überfüllt, keine EXTRA-Züge, Toiletten kaputt, unüberschaubare Preisgestaltung usw. Noch `n bisschen, und ich fahre nur noch mit dem Auto.

Mittelspurblocker auf dreispurigen Autobahnen.

Lange Wartezeiten auf Ämtern oder Behörden. Frechheit!

Schläger, die sich überhaupt nur trauen, wenn sie in der Überzahl sind. Feiglinge!

Schläger überhaupt. Dumpfbacken!

Schlechtes Theater, hochsubventioniert.

Steuererklärungen. Man könnte es so einfach haben!

Ich höre jetzt auf, sonst kriege ich schlechte Laune *gggg*

18. Wenn Du 1 Million gewinnen würdest, was würdest Du mit dem Geld machen?

>Verschenken und Immobilien kaufen. Dafür bekommt man ja nicht mehr viel.

19. Welche Musik magst Du?

>Quer durch den Garten.

20. Du reist gerne nach Asien. Was beeindruckt Dich dort am meisten?

>Den Humor und die Improvisationslust der Menschen dort.

 

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